Spätgotische Burg in Debno bei Brzesko. Das riesige Gebäude inmitten alter Linden , zieht seine Gäste u.a. durch die Legende von den dort umherschleichenden Geistern unglücklicher Liebhaber an. Burgherr Debinski hatte seiner Tochter nicht erlaubt, ihren Geliebten niedriger Abstammung zu ehelichen und mauerte sie in einem der der Wehrtürme im Hochzeitsgewand ein ... . Sie hatte dieses Schicksal gewählt, und deshalb , finden dort bis heute, als Bewunderung für die treue Liebe, im Oktober historische Ritterturniere und Kampfvorstellungen statt. Ein Platz des besonderen Kults ist der Jasna Gora mit dem berühmten Bildnis der Mutter Gottes in Czestochowa im Kloster der Pauliner. Die Geschichte des Bildes versteckt sich im Dunkeln - es wird vermutet, daß es als eine Ikone in Russland im 6. bis 9. Jahrhundert entstand. Nach den Einfällen der Hussiten trägt die schwarze Madonna zwei Schnittwunden auf der Wange. Das von sieben prunkvollen Kleidern geschmückte Bild ist in jeder Messe zu Trommelschlägen enthüllt. Warschau der Schloßplatz. Krakau - Markt mit Tuchhallen im Hintergrund. Krakau - der Wawelhügel. Krakau - unbekannt. Danzig - . Die Basilika auf der Jasna Gora. Rundblick auf Sandomierz. Das Rathaus in Tarnow. Das Kopernikus-Denkmal in Torun. Das Rathaus von Zamosc. Das Grabmal von König Kasimir dem Jagiellonen - ein hervorragendes Werk von Veit Stoß. Das Königsschloß in Warschau. Malbork - Kreuzritterburg aus dem 13. Jahundert.

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DIE ZEUGEN UNSERER
GESCHICHTE

Es sind stumme und doch sehr ausdrucksvolle Zeugen der polnischen Geschichte: mit der Landschaft verschmolzene, zerstreut auf dem ganzen Gebiet der Republik Polen liegende Burgen, Schlösser und historische Städte mit ihren jahrhundertealten Sehenswürdigkeiten - manche besser; einige aber schlechter erhalten. Mit ihrer Hilfe, aber auch durch unser Wissen und durch unsere Fantasie unterstützt, sind wir imstande, wachend eine Reise nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit anzutreten.

Spätgotische Burg in Debno bei Brzesko Die ,,Zeitmaschine" bringt uns zunächst mal nach Biskupin. Errichtet vor zweieinhalb Jahrtausenden und heute auf Grund der Ausgrabungen wieder aufgebaut und den Touristen als archälogisches Schutzgebiet zugänglich gemacht, zeigt die Burg den ganzen Scharfsinn ihrer Erbauer. Wir können einen schönen Spaziergang durch ihre Gassen machen und mit eigenen Augen feststellen, wie die Ur-ur-Vorfahren der Polen aus der Zeit der Lausitzer Kultur lebten,wie sie wohnten und arbeiteten.

 

 

MarienbildVon Biskupin ist es nicht mehr weit nach Kalisz, die Stadt mit der ältesten Schrifturkunden Polens. Ptolemäus erwähnte sie vor l8OOJahren in seinem geographischen Werk als Calisia, eine Siedlung an der Bernsteinstraße, die das Römische Imperium mit der Ostseeküste verband. In der Nähe befindet sich Gniezno, eine Stadt, die wie Rom auf sieben Hügeln liegt und die bereits im 8. Jahrhundert die Hauptburg der Polanen war. Hier bildeten vor tausend Jahren die ersten polnischen Herrscher, Mieszko 1. und Boleslaw Chrobry feste Grundlagen unseres Staatswesens, hier begann die haltbare Verbindung Polens mit der römisch-katholischen Kirche, wovon u. a. die an der Bronzetür der Erzkathedrale zu Gniezno aus geschmiedeten Reliefs eines Künstlers aus dem 12. Jahrhundert zeugen.


Warschau - der SchlossplatzVom Standpunkt des touristischen Heimatforschers aus teilt man die historischen Städte Polens in drei Gruppen ein. Die erste Gruppe bilden großstädtische Stützen, mit Warszawa an der Spitze, die am Anfang des 17.Jahrhunderts die Funktion der Hauptstadt über nahm, während des 2. Weltkrieges und des Warschauer Aufstandes 1944 völlig zerstört und danach dank der gewaltigen Anstrengung des ganzen Volkes wiederaufgebaut wurde.

 

 

 

 

Die größte Anhäufung von Baudenkmälern und historischen Sehenswürdigkeiten ist zweifellos Krakau die alte Hauptstadt der Könige, die noch heute als Zentrum der polnischen Kultur gilt. Krakau ist auch die europäische Kulturhauptstadt 2000. Auf dem Wawel-Hügel und innerhalb vom grünen Ring der Planten, die sich an Stelle der ehemaligen Wehrmauern befinden, hat beinahe jeder Stein seine Geschichte und Legende. Der Altmarkt mit seinen Tuchhallen, mit der Marienkirche und dem Viereck, das verschiedene kleine Schlösser und Wohnhäuser bilden, war mehrmals in der Geschichte Schauplatz vieler Ereignisse und feierlicher Veranstaltungen von nationalem Charakter. Die Jagiellonische Universität war eine der ersten und prächtigsten in Europa des Mittelalters. Und nicht zu vergessen der Stadtteil Kazimierz, einst eine selbstständige Stadt, von Kazimierz dem Großen angelegt, mit der Zeit vorwiegend von Juden bewohnt. Dieser Ort war jahrhundertelang beredtes Zeugnis von gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Polen und Juden.
Krakau - Markt mit den Tuchhallen im HintergrundKrakau -  Der WAWEL - HügelKrakau

Die nördliche Stütze ist zweifellos die alte hanseatische Stadt Gdansk, die dem polnischen Staat in der Zeit vom 15. bis zum 18. Jahrhundert als ,,Fenster in die Welt" diente. Gdaüsk war einst Monopolist im Getreide-und Holzhandel auf dem Meer. Wir werden daran unter anderem durch große Speicher und den Alten Kran, eine herrliche Mühle an der Motlawa, erinnert, wo sich heute das Meeresmuseum befindet. Dank der aufopfernden Arbeit der Konservatoren wurde die alte Pracht des historischen Zentrums wiedergewonnen, das heißt die der Altstadt und ihrer Achse, die den Königlichen Weg bildet. Ein Spaziergang durch Gdansk ist gleichzeitig ein Anschauungsunterricht über unsere jüngste Geschichte, eine Erinnerung an den Heldenmut und die Tragödie jener, die im September 1939 Westerplatte und die Polnische Post in Gdansk verteidigten. Es ist auch das Denkmal der Gefallenen Werftarbeiter vor dem Eingang zur Gdansker Werif, wo ,,Solidarnosc"' geboren wurde. Eine organische Einheit mit Gdansk bilden Gdynia - eine der jüngsten Hafenstädte an der polnischen Ostseeküste, in den zwanziger Jahren entstanden - und Sopot, als berühmter Badeort bereits im 19.Jahrhundert angesehen.Danzig - Altstadt

Die zweite Gruppe unter den polnischen Städten bilden die ehemaligen ,,Perlen in der Krone", wertvoll und bedeutsam in historischer Hinsicht. Zu ihnen gehören:
- Gzestochowa, mit dem Kloster auf der Jasna Gora, das nicht nur Die Basilika auf der Jasna Goraals die geistige Hauptstadt des katholischen Polens gilt, sondern auch in seiner Schatzkammer nationale Andenken und historische Kultgegenstände birgt;

 

- Sandomierz mit dem sorgfältig restaurierten architektonisch-landschaftlichen Renaissancekomplex, der zu den malerischsten in Polen zählt; Rundblick auf Sandomierz

 


 

 

 

- Tarnow mit der Gotik- und Renaissancebebauung innerhalb der ehemaligen Wehrmauern in Hufeisenform;Das Rathaus in Tarnow

 


 

 

 

 

- Torun, ein im Weltmaßstab einzigartiger mittelal-terlicher Städtebaukomplex, der einige hundert Bauten der gotischen Architektur umfasst, darunter das Geburtshaus des genialen Astronomen Kopernikus; Das Kopernikus-Denkmal in Torun

 


- Zamosc, eine Renaissancestadt, die am Ende des 16. Jahrhunderts errichtete, ausgezeichnet verschanzte Residenz der Magnatenfamihe Zamoyski.

Das Rathaus von Zamosc

 


Die dritte und letzte Gruppe umfasst ,,Perlen", die gegenwärtig etwas verwahrlost wirken, aber voller schöner Sehenswürdigkeiten sind:
- Stary Sacz, in der Gabelung zwischen dem Dunajec und dem Poprad gelegen, einst das Wirtschafts- und Kulturzentrum auf der Straße nach Ungarn;


- Zloty Stok, mit dem den Touristen zugänglich gemachten Fürstenstollen in der ehemaligen Goldgrube.
Mit den Städten sind einige polnische Schlösser verschmolzen, obwohl sich historisch gesehen Burgen in der unmittelbaren Nähe von bereits errichteten Festungen entwickelten. Auf diese Weise konnten die Einwohner sicher sein, dass sie im Notfall Schutz und Zuflucht finden. Gemauerte Schlösser begann man in Polen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu bauen, und im 14. Jahrhundert, zur Zeit der Herrschaft von Kazimierz dem Großen wurden sie zum untrennbaren Bestandteil der polnischen Landschaft.

Das Grabmal von König Kasimir dem Jagiellonen - ein hervorragendes Werk von Veit Stoß

 

 

Unter den 450 gegenwärtig registrierten Schlössern in Polen ist glücklicherweise das bedeutendste Schloss unversehrt geblieben, das Königsschloss auf dem Wawel in Krakow mit den Gemälde-, Kunsthandwerks - und Waffensammlungen, mit der Krönungskathedrale der Könige und mit den Grabgewölben der Herrscher.

 


Nach dem Baustil von Wawel wurden später andere königliche Schlösser erbaut, vor allem die mit Verteidigungscharakter, zum Beispiel Festungen im Süden Polens, auf dem ,,Adlerneststeig" (,,Szlak Orlich Gniazd"), von Pieskowa Skala bis nach Ogrodzieniec und Olsztyn.


 

 

Das Königsschloß in Warschau
Die Liste der königlichen Schlösser wird durch das Warschauer Königsschloss ergänzt. Es war Zeuge großer Siege Polens und so unvergesslicher Leistungen wie die Beschließung der Verfassung vom Dritten Mai im Jahre 1791. Diese Verfassung war die erste in Europa und nach Amerika die zweite in der Welt.Das Schloss wurde bewusst während des 2. Weltkrieges als das Stadt- und Staatssymbol zerstört und danach dank der Opferbereitschaft der polnischen Bevölkerung mit einmaliger Fürsorglichkeit rekonstruiert.

 

 

 

 

 

 

 

Charakteristisch für den Norden Polens sind Kreuzritterschlösser - das Erbe nach dem Kreuzritterorden, der zwecks Christianisierung der Preußen im 13. Jahrhundert nach Polen gebracht wurde. Zu den wertvollsten unter ihnen gehört das Schloss in Malbork, der ehemalige Sitz des Hochmeisters des Ordens, das in seinem Innern interessante Museumsstücke birgt.
Malbork - Kreuzritterburg aus dem 13. Jahundert
 



Zuletzt geändert am 08.12.1999
Daniel Ziolko
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